Zur Geschichte der Florinskirche

Florin nach 1945
Florin nach 1945

Die evangelische Florinskirche liegt in der historischen Altstadt von Koblenz. Ihre gewaltige Doppelturmfassade bildet zusammen mit Mittelrhein-Museum, Schöffenhaus und Bürresheimer Hof den einzigartigen architektonischen Rahmen für den Florinsmarkt der – unweit der Mosel gelegen – eine der schönsten Platzanlagen der Stadt darstellt.

Die dreischiffige, um 1100 erbaute Basilika beeindruckt durch ihre Größe, Monumentalität und klare Architektur, in der romanische und gotische Elemente harmonisch verbunden sind.

Bis 1802 war sie die Kirche des Kanonikerstiftes St. Florin, dessen Existenz mit Hilfe von Stiftungen durch die Jahrhunderte hindurch gesichert wurde. lm 15. Jahrhundert wirkte der bedeutende Philosoph und Kirchenreformer sowie spätere Bischof und Kardinal Nikolaus von Kues (Cusanus) als Dechant am Stift St. Florin. Im Jahr 1802 wurde es durch Napoleon aufgelöst.

Nach der Säkularisierung der kirchlichen Güter diente die leer stehende Kirche über Jahre als militärisches Materiallager und sollte laut Napoleonischem Dekret sogar in ein städtisches Schlachthaus umgewandelt werden.

Dazu kam es allerdings nicht. Denn nach der Einbindung des Rheinlands in den Staat Preußen benötigte König Friedrich Wilhelm III. für seine in Koblenz stationierten Truppen eine ausreichend große Kirche. Er kaufte der Stadt Koblenz die leer stehende Florinskirche ab und ließ sie nach Entwürfen von K.F. Schinkel und J.C. von Lassaulx in den Jahren 1818-1820 neu ausstatten. Als Kirche für die evangelische Militär- und Zivilgemeinde war die Florinskirche wieder zu einem Ort des christlichen Glaubens geworden. Eine umfassende Instandsetzung der Kirche durch den Koblenzer Architekten Otto Schönhagen in den Jahren 1929-1930 gab der Kirche ihr heutiges nüchternes Aussehen.

Als Rechtsnachfolger für die Liegenschaften des preußischen Staates ist heute das Land Rheinland-Pfalz zur Hälfte Miteigentümer der Kirche.